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Farben des Labrador
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Grus51
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Beitrag1/4, Verfasst am: 31.07.2016, 21:29   

Betreff:   Farben des Labrador
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Der Standard des Labrador erlaubt exakt drei Farbvarianten:
Schwarz, Gelb und Braun. Die größte Variation ist bei den Gelben Labrador zulässig. Die Spanne deckt von hellem Gelb bis zu kräftigem Fuchsrot alles ab was man sich vorstellen kann, grenzt sich dabei aber deutlich von dem satten Schokobraun ab.

Im Wirkungsbereich des AKC ist darüberhinaus noch "Silver" als Farbschlag anerkannt. Silber entsteht durch einen Gendefekt - in Europa sind solche Tiere inakzeptabel. Da der Labrador eine Britische Hunderasse ist, wird auch der verbindliche Standard vom Britischen Kennel Club autorisiert. Nur dieser Standard wird von der FCI anerkannt.
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Netti
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Beitrag2/4, Verfasst am: 31.07.2016, 22:55   

Betreff:
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Der Labrador wird im AKC außer silver auch in charcoal und champagner gezüchtet. Alle drei Farben sind auf das Verdünnungsgen zurückzuführen. Dabei wird sogar noch unterschieden in Light Charcoal und Light Silver, was noch ganz besonders helle Abstufungen sein sollen und als etwas besonders, brilliantes angeboten wird. Schlussendlich ist es aber nichts anderes als eine Mutation - ein Defektgen.

Beachtenswert ist aber noch, dass selbst im AKC - Standard diese Farben nicht benannt werden.

Zitat:
The Labrador Retriever coat colors are black, yellow and chocolate. Any other color or a combination of colors is a disqualification. A small white spot on the chest is permissible, but not desirable.


"Die Labrador Retriever Fellfarben sind schwarz, gelb und schokolade.
Jede andere Farbe oder eine Kombination dieser Farben ist eine Disqualifikation. Ein kleiner weißer Fleck auf der Brust ist zulässig, aber nicht wünschenswert."

Zitat:
Chocolates can vary in shade from light to dark chocolate.

"Schokolade kann im Schatten variieren von heller bis dunkler Schokofarbe."

Selbst letzte Anmerkung sagt nicht, dass ein versilbertes chocolate tatsächlich erwünscht ist. Somit führt der AKC silver als chocolate, charocal als black und champagner als yellow, was den FCI-Anforderungen braun, schwarz und gelb dann wieder entspricht.
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Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
Arthur Schopenhauer
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Grus51
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Beitrag3/4, Verfasst am: 16.08.2016, 09:10   

Betreff:   Dilute beim Labrador in "Sonderfarben", CDA
Zusatz:       Charcoal, Silber, Champagner = Qualzucht durch Bastardierung
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Den nachstehenden Aufsatz aus der Feder von Dr. rer. biol. vet. Daniela Koppenhöfer haben wir mit Erlaubnis von Dr. Sabine Beck ihrer eigenen HP entnommen, wofür wir auch an dieser Stelle nochmal Danke sagen!

Daniela Koppenhöfer schrieb wie folgt:
Labrador und die „Krankheit Dilute“ – Genetik verständlich

Published 6 months ago7. Februar 2016 by sbeck

Der hohe medizinische Preis für einen „Exoten“ am Beispiel der
Sonderfarben unter den Labradors

Die Geschichte eines Mythos - von Daniela Koppenhöfer

Für mich als Labrador Liebhaber, aber auch als Wissenschaftlerin, ist es nicht verständlich und nicht erklärbar, warum Menschen unbedingt einen „Exoten“ zu überteuertem Preis kaufen, der sich dann Labrador „charcoal“ oder gar „silber“ nennt. Farbschläge, die aus braun und schwarz resultieren. „Champagner“ aus dem Farbschlag gelb. Schaut man in einschlägigen Foren, auf Züchterseiten und in Facebook-Gruppen, so trifft man fast ausschließlich auf Menschen, die auf Erkrankungen und Wesensabnormitäten der Hunde nur mit heftigem, verneinendem Kopfschütteln reagieren und mit den Worten: Ihr seid ja nur neidisch, weil ihr nicht etwas Besonderes besitzt!


Fakt ist: Es gibt keinen reinrassigen Labrador in der Farbe „charcoal“, „silber“, oder „champagner“.

Aber nehmen wir mal wissenschaftlich einen Blick auf die Geschichte dieser Farben und auf die Genetik mit ihren heutigen Möglichkeiten und Erkenntnissen.
Im September 2015 gab es erstmals eine anerkannte Veröffentlichung in den USA von Jack Vanderwyk zum Thema der „Dilutes“ unter den Labbis. Nach dieser Recherche kamen tatsächlich alle „Sonderfarben“ aus dem bekannten Labrador Kennel „Kellogg“ in den USA. Dieser Kennel gilt offiziell als alleinige Herkunft der „Dilutes“.
Die Familie Kellogg züchtet seit den 1920er Jahren Labradors. Mayo Kellogg hat demzufolge im Alter von nur 8 Jahren begonnen, Labradors mit Pointern zu verpaaren. Mayo wollte die Optik des Labbis mit einem Pointer aufwerten. Jedoch kam der eingekreuzte Pointer nicht aus bekannter Zucht, sondern kam aus South Dacota und dieses Tier trug optisch eindeutige Züge eines Weimaraners. Diese Optik bestätigte sich bei näherer Recherche. Es war ein Labrador, der mit einem Weimaraner gekreuzt wurde, um wie ein „Pointing Labrador“ auszusehen und genau dieses Tier floss in die Zucht der Familie Kellogg ein. Mayo Kellogg aber, verbrachte die nächsten 40 Jahre nach der ersten Verkreuzung von Delutes damit, die Rasse zu perfektionieren. Mangelnde genetische Erkenntnisse und das Wissen um erbgenetische Schwierigkeiten taten Probleme auf, derer man auch heute nicht Herr wird.

Die Labradors in den Sonderfarben (Dilutes) wurden vom AKC (American Kennel Club) in den frühen 1980er Jahren in die Zuchtbücher aufgenommen. Ein fataler Fehler gesundheitlich betrachtet, den der AKC nicht revidieren konnte, ohne sein Ansehen schwer zu schädigen. So wurden bis heute nur hohe Zuchtauflagen vorgenommen, um größere Schäden zu vermeiden. Jedoch erkennt der AKC an, mit der Zulassung der „Dilutes“ einen Fehler großen Ausmaßes begangen zu haben. In den USA wird ein gesteigerter Wert auf „Zuchthygiene“ gelegt, um das Auftreten der unerwünschten Erkrankung CDA zu verhindern.

Schaut man aktuell in die weltweite Labrador Data Base, erkennt man, dass 99,3% a l l e r sogenannten „Sonderfarben“ aus dem Pool der Familie Kellogg abstammt. Von 2.471 registrierten Tieren gehören lediglich 17 NICHT in die Linie der Familie Kellogg.
Der Verbreitung von CDA wird durch eine unkontrollierte Zucht in Europa Vorschub geleistet. Es entstehen Schäden, die sich zumindest deutlich vermindern lassen, wenn nicht gar komplett umgehen.


Wenden wir uns also der Genetik zu

Ich versuche, es einfach zu erklären. Gene bauen sich auf wie Dominosteine. Eine Hälfte des Steins wird dabei vom Vater, die zweite Hälfte vom Muttertier vererbt. Da auch die Eltern wieder von ihren Eltern diesen „Dominostein“ erbten, bleibt es dem Zufall überlassen, welche Seite des Gens an die jeweiligen Nachkommen vererbt werden.
Das sogenannte „Dilute-Gen“ ist ein Gen, welches eine Verdünnungsfunktion der Farbe in sich trägt. Das Dilutionsgen wird als „D-Lokus“ bezeichnet. Die beiden Hälften des Gens (Dominostein) bezeichnet man als Allele. Ein gesundes Gen trägt auf beiden Hälften die Bezeichnung „D“. Eine mit einem Gendefekt behaftete Hälfte wird mit „d“ gekennzeichnet.
Ein Züchter kann nun einen Gentest im Labor anfertigen lassen. Dieser Test wird zeigen, ob ein Hund die Gen-Teile D/D trägt. Es handelt sich dann um ein gesundes Tier, welches keine Dilution (Farbverdünnung) vererbt und damit keinen Gendefekt. Trägt ein Hund die Gen-Teile D/d, so trägt er einen Teil eines mutierten Gens, also eines Gendefekts. Das Tier selbst zeigt keine Dilution, kann aber bei Verpaarung mit einer 50%- Wahrscheinlichkeit das Dilute-Gen und damit den Gendefekt auch vererben. Diese Tiere bezeichnet man als „Träger“.

Trägt ein Hund jedoch d/d, so sind alle weiteren Tests nicht mehr von Belang! Das Tier trägt den Gendefekt im vollen Umfang, da er von beiden Elternteilen eine Hälfte der Dilution vererbt bekam. Die Dilution vererbt sich autosomal rezessiv, was bedeutet, dass nur reinerbige Tiere (d/d) die Auswirkungen des Gendefekts zeigen. Man bezeichnet diese Tiere als sogenannte „Zeiger“.
Die letzte Möglichkeit besteht darin, dass ein Hund verdeckt „d/d“ trägt. Das ist der Fall bei cremefarbenen Tieren, die basierend auf der Trägerschaft des E-Allels cremefarben sind. Aber diese Erläuterung wird in diesem Thema zu weitschweifend.

Sie wundern sich, dass ich das Dilute-Gen als „Gendefekt“ bezeichne? Kann man getrost immer dann tun, wenn wir von einer Hunderasse – wie eben unserem Labrador – sprechen, der von Natur kein Dilute-Gen trägt. Es ist also eine Form der Gen-Unverträglichkeit, bzw. Mutation, eine Anomalie, die ein Krankheitsbild hervorruft.
Wie immer rächt sich die Natur, wenn der Mensch massiv in die Genetik einzugreifen versucht.



Die Erkrankung CDA (Color delution alopecia)
auch blue dog disease genannt

Als “blau” bezeichnet man die Farbmutationen im Bereich der Labbis “silber” und auch “charcoal”.
Die CDA kann bei den Labbis auf alle Sonderfarben – in diesem Fall auch auf champagner (falb)- zutreffen. Die ungewöhnliche Fellfarbe wird durch eine Farbmutation hervorgerufen, wie wir gerade nachlesen konnten. Das Dilute Gen kann zu einer Farbaufhellung und zu einer Verhornungsstörung der Haut führen. Das Gen führt zu einer abnormalen Verfärbung der Haare, es verklumpt. Die Haare sind dünn und brechen leicht, oder fallen komplett aus (Alopezie – Haarausfall). Die damit einhergehende Keratinisierungsstörung führt unweigerlich zu schwersten Hautproblemen und rezidivierenden Entzündungen.
Durch die rezessive Vererbung müssen beide Elterntiere „d/d“ sein, um die Prädisposition für die CDA zu vererben.
Wohl gibt es einen entsprechenden Gen-Test, um das Vorhandensein beidseits mutierter Gene zu erkennen.
Einen Gentest für das Vorhandensein CDA gibt es aber leider bis heute nicht und wird es auch weiträumig nach Aussage von Prof. Dr. Tosso Leeb von der Uni Bern – Institut für Genetik nicht geben. Wissenschaftlich ist ein solcher Test leider noch nicht umsetzbar.

Wir sind jetzt beim Thema „Zuchthygiene“. Da es keinen genetischen Ausschluss der CDA gibt, kann man als Züchter im Grunde nur schauen, dass man niemals Elterntiere verpaart, die beidseits Träger „d/d“ sind.
Allenfalls eine Verpaarung „D/d“ mit „D/d“ würde ein Auftreten der CDA etwas minimieren.
Eine Verpaarung „D/D“ mit „D/d“ würde die Krankheit deutlicher verhindern, bedeutet für den Züchter jedoch das „Risiko“, dass der gefallene Wurf nicht die „gewünschte“ Farbe hat und damit auch nicht den angepeilten finanziellen Erfolg zeigt.


Wie zeigt sich die Erkrankung CDA?

Die Erkrankung ist im frühen Alter nicht sichtbar. Erste Auffälligkeiten stellen sich frühestens im Alter von 6 Monaten ein, in der Regel aber erst etwas zwischen dem ersten und dem zweiten Lebensjahr. Das Fell des Tieres scheint trocken und schuppig. Es kommt zu Haarausfällen (permanent und verstärkt) vor allem im Bereich des Rückens. Es kommt zu starken Entzündungen der Haut mit schwerem Juckreiz.
Der Gang zum Tierarzt ist für die Halter der betroffenen Tiere zumeist unbefriedigend, denn diese Erkrankung ist unter Veterinären noch weitestgehend unbekannt, da sie viel zu speziell ist. Leider wird oft auf eine Allergie diagnostiziert. Futterumstellung, Gaben von Kortison und weitere entsprechende Maßnahmen zeigen keine, bis wenig dauernde Wirkung.
Ein unschöner Kreislauf für Hund und Halter beginnt. Ein versierter Tierarzt kann durch ein Trichogramm (Haaranalyse) einen ersten Verdacht eingrenzen. Endgültige Sicherheit bringt jedoch nur eine histologisch untersuchte Biopsie der betroffenen Hautstellen.

Ist die CDA heilbar? . . . N E I N !

Eine mindestens vierwöchige Gabe von Antibiotikum wird die Entzündung der Haut für einen gewissen Zeitraum eindämmen. Diese Gabe muss regelmäßig in vorgegebenen Abständen (spätestens beim Auftreten neuer Entzündungsherde) wiederholt werden. Der Haarverlust ist irreversibel – der Hund bleibt „kahl“. Die Haut des Tieres und das Fell müssen ein ganzes Leben sorgfältig gepflegt werden. Dazu gibt es spezielle Shampoos und Lotionen für die Haut. Der permanente Juckreiz erfordert eine langfristige (bis lebenslange Gabe) von juckreizhemmender Medikamente.
Das Tier leidet und das Tag für Tag!!!



Persönliches Fazit:

Eine Eindämmung der Erbkrankheit CDA ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich! Diese Voraussetzungen werden aber aus zwei Gründen nicht umsetzbar sein:
a) Es gibt in den einschlägigen Verbänden der Sonderzüchter keine Zuchtauflage, die einen DNA-Test zur Bestimmung des „Trägers“ und/oder des „Zeigers“ vorschreibt.

b) Haben Züchter von Sonderfarben unter Umständen keinen Gefallen daran, Würfe zu produzieren, bei denen sich die Zahl der gefallenen Welpen mit Sonderfarben nicht vorhersehen lassen. Die Sonderfarben bringen schließlich das Geld ein.

Der allseits laute Ruf, dass Labradore in Sonderfarben sicher schon bald beim VDH anerkannt sind und gar im LCD oder DRC gezüchtet werden, diesem Ruf vermag ich in keiner Form zu folgen.
Warum nicht?
Nicht, weil sie im Grunde erbgenetisch „Mischlinge“ sind. Dafür gibt es unter den anerkannten Rassen zu viele, in denen unterschiedliche Hunderassen vereint sind. Vielleicht wird nicht mal der gesundheitliche Hintergrund allein einen Anlass bieten, Sonderfarben unter den Labbis nicht anzuerkennen.
Ich denke vielmehr, man hat aus den Fehlern des AKC gelernt. Rassereinheit, typisches Wesen, Gesundheit u n d Optik. Alles Dinge, die bei einem sonderfarbigen „Labrador“ nicht zutreffen, oder… nur bedingt.
Der Rassestandard des Labrador Retriever sieht Punkte vor, die ein Hund in Sonderfarbe nicht erfüllt, nicht erfüllen kann und das mal ganz abgesehen vom Ursprung der Rasse. Wo immer man darüber nachliest, wird man in der Geschichte des Labbis niemals auf die Farben silber, charcoal und champagner stoßen, denn es gab und gibt sie nicht als Labrador!
Neben den gesundheitlichen Aspekten bin ich nicht mal darauf eingegangen, dass Labbis in Sonderfarben oftmals auch Wesenseigenschaften wie Übernervosität, Schreckhaftigkeit, handscheu sein und mehr zeigen.

Jeder Hundehalter liebt seinen Hund und für jeden von uns ist das eigene Tier das wunderschönste Wesen auf der ganzen Welt. Das ist gut so und richtig.
Auch sind nicht alle „Sonderlinge“ krank, oder verhaltensauffällig. Wäre das so, gäbe es sicher längst das geforderte Zucht- und Verbreitungsverbot für diese Hunde.

Ich wünsche mir persönlich nur, dass jeder Mensch, der sich so einen Hund anschaffen möchte, auch weiß, auf was er sich einlässt und was auf ihn und vor allem den Hund zukommen kann (nicht zwangsläufig muss).

Und … nein! Wir Besitzer der gängigen Farben sind nicht „neidisch“ auf das vermeintlich „Besondere“.
Wir haben uns nur bewusst für eine ganz besondere Rasse entschieden, den „Labrador Retriever“ und den gibt’s nur in schwarz, braun und gelb.

Wenn dieses Thema für mich auch sehr emotional geprägt ist, so hoffe ich doch, dass ich einen informativen und neutralen Ton in meinem Bericht getroffen habe.
Es ist nicht an mir, Dinge und/oder Wesen zu bewerten, zu beurteilen. Seit meiner Doktorarbeit zu diesem Thema lässt es mich jedoch nicht los und ich hoffe, ich konnte neutral und angemessen einen kleinen und relativ verständlichen Einblick in die Thematik schaffen.

Herzliche Grüße
Daniela


© Dr. rer. biol. vet. Daniela Koppenhöfer 02/2016

Quellen:

-DermaVet: Farbmutantenalopezie
-Universität Bern Institut für Genetik Prof. Dr. Tosso Leeb
-Jack Vanderwyk 9/2015 „All dilutes come from Kellogg´s Dogs”
-AKC
-LabradorNet Database – Pedigrees
-Kellogg´s Weimaraner and other “coincidences”
Labrador and mores Foto.
Nachtrag zu meinem Beitrag:
Der hohe medizinische Preis für einen Exoten…

Unterschied zwischen Chromosomen und Genen:
Chromosom aus dem Altgriechischen chróma = Farbe und sóma = Körper
Chromosom bedeutet also: Farbkörper
Ein Hund hat 78 Chromosomen
Gen kennzeichnet einen Abschnitt in der DNA. Ein Gen stellt eine „Merkmal-Analyse“ dar.
-vergleiche Bild –

Die Farbmutantenalopezie CDA ist eine Erkrankung, die auf sämtliche sogenannte „blaue“ Hunde zutrifft! Dazu gehören u.a. Doggen, Ridgebacks, diverse Terrier, Pinscher, Whippets und viele mehr! Leider eben auch… der Labrador, der den Mutanten wissentlich durch Zucht erhält! In den Rasseclubs werden inzwischen viele Hunde der Rassen mit Fehlfarben nicht mehr zur Zucht zugelassen!

Die CDA beim Labrador kann durchaus auch noch in höherem Alter auftreten. Allerdings ist das eher ungewöhnlich! Wer einen 3-jährigen und gesunden Hund dieser Farbe besitzt, braucht kaum noch erwarten, dass er an einer CDA leidet! Ich kann da weitestgehend „Entwarnung“ geben.

Erschreckend war für mich die Aussage: Also mein Silberling ist gesund und die drei Silberlinge aus meinem Bekanntenkreis sind es auch.
Das ist vergleichbar damit, dass wir über eine Hungersnot in Afrika einen Filmbericht sehen, in unseren eigenen Kühlschrank schauen und befriedigt lächelnd kommentiere: Was denn? Ist doch randvoll – alles gut!

Tierärzte und das Erkennen der CDA
Nein- ein Tierarzt kann nicht alles kennen, wissen und behandeln können. Ein Tierarzt behandelt nicht nur Labbis in Sonderfarben, sondern etwa 460 weitere Hunderassen, Meerschweinchen, Vögel, Kühe, Schweine, Echsen und mehr!
Ein so dezidiertes Thema kann kein Tierarzt zu jeder Zeit abrufbereit im Kopf haben und nur aus diesem (nachvollziehbaren) Grund erkennen die meisten Tierärzte eine CDA n i c h t!

Und… nochmals der Verweis dazu, dass es in meiner Veröffentlichung um eine Krankheit geht! Eine Krankheit, die vermeidbar ist! Es geht n i c h t um Rassepapiere, Zuchtverbände und vor allem geht es nicht um eine weitere völlig sinnfreie Diskussion zu einer Hunderasse.

Wir hier daheim haben Hunde an der Leine – keine Papiere eines Zuchtverbandes!

Es geht einzig nur darum, Hunden Qualen zu ersparen, die vermeidbar sind! Schier unglaubliche Kosten für Besitzer (Krankenversicherungen lehnen die Kostenübernahme bei dieser Krankheit ab) und lebenslange Schmerzen, Juckreiz und Medikamentengaben für die betroffenen Hunde!

Insgesamt war ich aber sehr freudig überrascht, wie ruhig mein Bericht aufgenommen wurde und wie groß und interessant das Feedback insgesamt war. Ich bedanke mich sehr herzlich für eine äußerst disziplinierte Diskussion.
Dieser Bericht hat mir aber gezeigt, dass das Interesse am Thema „Erbkrankheiten“ sehr groß ist und so werde ich an dieser Stelle auch weiterhin in diesem Bereich berichten, zumal es noch einige Erkrankungen gibt, die weitere Information wert sind.

Vielen Dank – Eure Daniela Koppenhöfer



© Text Dr. rer. biol. vet. Daniela Koppenhöfer 02/2016
Neuformatierung und Hervorhebungen durch Admin.


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Beitrag4/4, Verfasst am: 12.02.2017, 18:13   

Betreff: Skrupellose Vermehrer: Weiße Labradore
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Weiße Labradorwelpen

Zitat:
Tanja Gerhard
Hattenhofer Straße 29
36124 Eichenzell-Rothemann
Hessen
Deutschland

Behördlich gemeldete Zucht, geprüft durch Redaktion

Tierrasse(n)/Art(en): Australian Shepherd, Border Collie, Labrador Retriever

Aus liebe zu den tollen Rassen Border Collie und Australian Shepherd haben wir mit unserer Zucht begonnen. Unsere Tiere leben familienbezogen bei uns im Haus und auch die Welpen wachsen so auf. . . .

http://magic-australian-shepherd.beepworld.de/index.htm


Worte, nichts als Worte, die Tatsachen sprechen leider dagegen!
Auf der HP findet man nichts außer einigen Aussis, natürlich darf eine Merlechimäre nicht fehlen - es geht ja ums Geld, nicht mehr und nicht weniger.

Solche Leute bastardieren was das Zeug hält, Hauptsache der Rubel rollt und so hat man eben auch mal ganz schnell einen Wurf "Weißer Labradore" zu einem opulenten Welpenpreis! Also genau gesagt von Hunden die es nicht geben kann denn der Standard beim Labrador kennt nur drei Farben: Gelb, Braun und Schwarz!
Ich gönne den Profiteuren das Geld, genauso wie ich den Dummbeuteln gönne abgezockt zu werden und hoffe, daß sie noch reichlich Geld für die notleidende Pharmindustrie und einige unterstützungsbedürftige Veterinäre bereitstellen werden. Das was dort passiert hat mit sauberer Hundezucht nicht im entferntesten zu tun. Leidtragende sind wie immer die wehrlosen Hunde, denen zu helfen sich der korrupte Staat systematisch verweigert.

Selbstverständlich findet sich auch hierfür ein Verein, der mit entsprechend wertlosen "Papieren" eine seriöse Zucht alimentiert die es eben nicht gibt, gar nicht geben kann weil es sich bei diesen Tieren um Bastarde handelt und für solche wird nunmal in keinem seriösen Verein ein Zuchtbuch geführt.


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Der Hund braucht sein Hundeleben. Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit, sie zu bekommen.
(Robert Lembke)
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