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Tierkennzeichnung: Transponder
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Grus51
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Beitrag1/2, Verfasst am: 17.12.2018, 17:32   

Betreff:   Tierkennzeichnung: Transponder
Zusatz:       Pro & Contra Länderkennung
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Auf der Seite www.chiphandel.de findet sich u.a. folgende Positionierung, von der ich die Kernaussage hier zitiere:

Zitat:
Warum sollten Sie für Haustiere Tierchips mit Herstellercode, NICHT mit deutschem Ländercode 276 verwenden?

Chips mit deutscher Länderkennung 276 entsprechen für Heimtiere nicht der ISO Norm 11784.


Es muss sichergestellt werden, dass der Chipcode weltweit einmalig ist. Die ISO Norm 11784 gibt vor, dass dafür ein Land selbst verantwortlich ist. Für diesen Zweck muss eine staatliche, zentrale Zuteilungs- und Registrierungsstelle zur Verwaltung aller Nummern mit Ländercode eingerichtet werden.
Deutschland hat für Heimtiere keine solche Stelle eingerichtet. Diese ist nur für landwirtschaftliche Nutztiere wie Pferde, Rinder und Schafe vorhanden. Deswegen sollten Sie für die Kennzeichnung von Haustieren Chips mit Herstellercode verwenden!
Hingegen werden die Codes der Chips mit Herstellercode von dem ICAR (International Committee for Animal Recording) überwacht.
Da die Chips mit Länderkennung auf dem freien Markt verfügbar sind, ist es nicht gewährleistet, dass ein Tier mit einer deutschen Kennung tatsächlich aus Deutschland stammt. Ausschlaggebend ist, auf wen das Tier registriert ist und wo der Züchter registriert ist.


Generell vertrete ich genau die gegenteilige Auffassung, d. h. daß im OHFV keine Tiere mit Industriechip gekennzeichnet werden dürfen bzw. sind so gechipte Würfe NICHT eintragsfähig, bekommen also keine Abstammungsunterlagen ausgefertigt. Das hat nichts mit Lobbyismus oder Borniertheit zu tun sondern wird einfach dem Umstand gerecht, daß die Industriechips von jedermann in jedes x-beliebige Tier eingesetzt werden dürfen und dieses bekommt dann vom beauftragten TA sogar noch einen EU-Heimtierausweis ausgefertigt, womit es legalisiert ist. Der TA ist dazu verpflichtet!

Die wirkliche Herkunft des so gechipten Tieres kann der TA in keinster Weise nachvollziehen er muß das glauben was ihm der vermeintliche Züchter sagt. Aus eigenem Erleben weiß ich, daß auf diese Weise dem Betrug alle Tore offen stehen und auch genutzt werden. Bevor ich dazu etwas konkretes ausführe, hier noch die Stellungnahme aus der gewerblichen Ecke:

Zitat:
Stellungnahme: Transponder zur Tieridentifikation
ISO 11784 – Herstellercode – Ländercode

ICAR (= Internationales Komitee für Leistungsprüfungen in der Tierproduktion) ist die von ISO beauftragte Registrierungsstelle für anerkannte elektronische Identifikationssysteme, die den ISO Normen 11784 und 11785 entsprechen. Für die hierfür notwendigen Tests beauftragt ICAR akkreditierte Testinstitute.
Die ISO Norm 11784 legt die Codestruktur der Transponder fest. In dieser Struktur geben die Bits 17 bis 64 die 15 Stellen für einen weltweit einmaligen Code vor. Hiervon sind die ersten drei Stellen für den Hersteller- oder Ländercode (ISO Norm 3166) und die folgenden 12 Stellen für die Tieridentifikation oder nationale Identifikation.
Beantragt ein Hersteller für einen Transponder die ISO Anerkennung nach den Normen 11784 und 11785, so wird ihm bei bestandenem Test für diesen Transponder ein Nummernblock zugeteilt. Die einzelnen Nummern umfassen 15 Stellen, von denen die ersten drei den ihm zugewiesenen Herstellercode repräsentieren. Dies ist konform zu der im vorherigen Absatz beschriebenen Codestruktur.
In der ISO Norm 11784 ist vorgegeben, dass es in der nationalen Verantwortung liegt, dass die Einmaligkeit eines nationalen Identifikationscode sichergestellt ist (Sicherstellung der Nachverfolgbarkeit). Solange ein Land kein Verfahren für die Zuteilung und Registrierung dieser Codes hat, ist anstatt des Ländercodes der Herstellercode zu verwenden. Dies soll die weltweite Einmaligkeit des Codes sicherstellen.
Für Deutschland ist ein System der zentral überwachten Zuteilung und Registrierung beispielsweise für Rinder und Pferde (= Einzeltierkennzeichnung) eingerichtet. Dagegen verfügt Deutschland für Heimtiere nicht über eine solche zentrale Zuteilungs- und Registrierungsstelle. Wenn ein Hersteller für die Kennzeichnung eines Hundes in Deutschland einen Transponder dahingehend codiert, dass dieser den Ländercode beinhaltet, verstößt er gegen die beschriebenen Vorgaben. Diesen Vorgaben hat sich im Übrigen der Hersteller mit der Anmeldung zum Test auf ISO 11784/11785 Konformität unterworfen.



Dr. Folkert Onken
Deutscher Vertreter beim
ICAR Sub-Committee Animal Identification
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter e.V. (ADR)
German Cattle Breeders' Federation
Adenauerallee 174
D-53113 Bonn
Telefon: +49 (0)228-91447 71
Fax: +49 (0)228-91447 11
Mobile: +49 (0)174-9005248
Skype: fonken_dlq
E-Mail: folkert.onken@adr-web.de
Web: www.adr-web.de
__________________________


Die Aussage:
Zitat:
Solange ein Land kein Verfahren für die Zuteilung und Registrierung dieser Codes hat, ist anstatt des Ländercodes der Herstellercode zu verwenden.
ist nichts als eine reine Behauptung, sie hat keinerlei verbindlichen Charakter, keine Gesetzeskraft. Es existiert keine Verordnung die das fordert!

Natürlich will bekanntlich "jeder Krämer" seine Waren verkaufen da nur diese besser sind als jene der Konkurrenten. Das ist absolut legitim und es soll auch keiner der Genannten als "Krämer" deklassiert werden!

Fakt ist, daß mittels Industriechip Welpen resp. ganz Würfe auf einfache Weise "veredelt" werden indem man diese im Ausland billig aufkauft und dann als in Deutschland gezüchtete Tiere mit einer erfundenen, besser erlogenen Abstammung ausstattet. Solche Praxis ist immer dort anzutreffen, wo Hunde als Grundlage des Lebensunterhaltes herhalten dürfen - also nicht bei wirklichen Züchtern sondern eher bei auf Massenproduktion orientierten Vermehrern die sich natürlich selbst auch als "Züchter" bezeichnen. Es soll ausdrücklich nicht gegen die Haltung und Zucht mit mehreren Hündinnen geredet werden - wenn dies akkurat geschieht, um einen züchterischen Fortschritt zu erreichen, dann ist das absolut in Ordnung. In solchen Zuchten wird in der Regel auch nicht der "Pfennig gewechselt" sondern dort legt man zuerst Wert auf Transparenz.

Anders in dem von mir selbst erlebten Fall, der eine Retriverzucht im Brandenburgischen betrifft.
Eine gute Bekannte bat mich einst um Hilfe bei der Feststellung der Abstammung einer Junghündin, welche angeblich die Schwester einer im gleichen Besitz stehenden Hündin des vorherigen Wurfes, also einer Wiederholungsverpaarung gleicher Partner, gewesen sein sollte. An der Rassezugehörigkeit der älteren Hümdin, gechipt mit einem 276-er Transponder gab es nichts zu deuteln. Hingegen taten sich bei der phänotypischen Begutachtung der angeblichen jüngeren Schwester deutliche Zweifel auf. Der Ahnenpaß eines deutschen Zuchtvereines listete die gleichen Vorfahren wie der des vorgeblichen Schwestertieres. Der Transponder der Jüngeren hingegen zeigte eine 900-er Nummer, also ein Industriechip. Der angebliche Züchter hatte keines seiner Abgabetiere bei TASSO oder einem anderen Deutschen Heimtierregister angemeldet, wodurch die Suche erst richtig interessant wurde.
Unsere erste Vermutung, das Tier könne als Welpe allein oder im Wurf aus Polen importiert worden sein, ließ sich nicht bestätigen. Stattdessen gab es einen Treffer - aus Versehen! Anstatt bei der Länderwahl auf Polen, hatte ich auf Portugal geklickt Exclamation
Bemerkte es gleich und wollte sofort wieder zurückgehen als auch schon "die Glocke anschlug" und ebendiese Nummer als in Portugal, bei einer großen Registrierungsstelle hinterlegt gemeldet worden ist.
Um einen Übermittlungsfehler auszuschließen, habe ich mehrfach die Gegenprobe auch an Folgetagen gemacht. Von diesen Vorgängen wurde eine Reihe Bildschirmfotos angefertigt und der Bekannten ausgehändigt. Eigenartigerweise schien sie nicht gerade schockiert über dieses Ergebnis zu sein.

Für mich hat sich dieser doch nicht unerhebliche Aufwand insofern gelohnt, als wir im Verein auch daraus unsere entsprechenden Schlüsse zogen und eben die o. g. Regelung festgeschrieben haben.
Für das Ausstellungswesen bedeutet es, daß Tiere ohne Länderkennung wie Tiere ohne nachweisbare Ahnen behandelt werden.
Jeder Welpenkäufer hat nicht nur das Recht sich vor dem Kauf eines lebenden Tieres allumfassend zu informieren, er hat auch die Pflicht, dies zu tun denn anders kann er gar nicht den Bedürfnissen seines neuen Hausbewohners gerecht werden!

Die qualifizierte Tierkennzeichnung durch einen ausgebildeten Veterinär kostet zwischen 15 und 25 Euro - bei Welpenpreisen die durchaus schonmal das 100-fache dessen betragen, wird kein Züchter seine nächsten Mahlzeiten bei der Tafel einnehmen müssen und mir ist persönlich kein Veterinär bekannt, der durch die Tierkennzeichnung zum Millionär geworden wäre!

Wir wissen, daß es - wie in jeder Branche - auch bei den Veterinären "Nullen und Einsen" gibt. Es gibt welche die haben unverschämt große Hände und es gibt welche, die verlangen den Preis der ihnen für ihre Arbeit als angemessen erscheint und beide können sich dabei voll auf die GOT stützen. Meist wurden aber die Nullen mit den größeren Händen geboren . . . was nicht heißt, daß die mit den kleinen Händen automatisch die größeren Koryphäen sein müssen!
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Grus51
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Beitrag2/2, Verfasst am: 17.12.2018, 21:40   

Betreff:
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Eine Aussage aus dem Statement von "chiphandel.de" möchte ich noch gezielt auf den Prüfstand stellen:

Zitat:
Es muss sichergestellt werden, dass der Chipcode weltweit einmalig ist. Die ISO Norm 11784 gibt vor, dass dafür ein Land selbst verantwortlich ist.


Das ist in meinen Augen totaler Unsinn Exclamation
Welches Land sollte in der Lage sein zu garantieren, daß der Chipcode weltweit einmalig sei? Sowas geht gar nicht.

Nach Aussage der Bundesregierung als Antwort auf eine parlamentarische Anfrage wurde ganz klar festgestellt, daß die Einmaligkeit eines Transpondercodes NICHT garantiert werden kann (wohl weil sie nicht garantiert werden soll!).

Dieser Umstand allein ist aber noch lange keine Empfehlung für die anonymen Industriechips. Die sind für Schlachtvieh gedacht weil das eh nicht lange lebt. Solche Chips sind schlicht und ergreifend völlig wertlos - wenigstens in meinen Augen.
Und so drängt sich doch die Frage auf: "Wem nützt es?"
Wer hat einen ökonomischen Nutzen davon, daß statt länderkodierter Chips die Industrietransponder benutzt werden sollen?
Immerhin ist es doch bemerkenswert, wenn ein gewerbliche Chiphandel zu den Sponsoren eines Hundezuchtvereines zählt . . .

Man muß kein Mathematikgenie sein um sich im Handumdrehen ausrechnen zu können, welche gigantischen Beträge nur alleine bei den Chips für Hundewelpen aus VDH-Zuchten alljährlich auflaufen und das sind die wenigsten Hunde welche in D alljährlich produziert werden. Allerdings ist der VDH der einzige Verein, der dazu auch verläßliche Zahlen liefern kann - bei den unseriösen Vereinen der "freien Welt" ist das ja alles geheim - klar, die wissen schon warum! Genau deswegen sind sie ja auch unseriös!
_________________
Der Hund braucht sein Hundeleben. Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit, sie zu bekommen.
(Robert Lembke)
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