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Qualzucht - wie definieren wir diese?
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Beitrag1/1, Verfasst am: 02.12.2016, 09:55   

Betreff:   Qualzucht - wie definieren wir diese?
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Eine einfache Definition, die sie auch ein alleiniges Merkmal abstellen läßt, gibt es leider nicht. Leider deswegen, weil es dann erheblich weniger Probleme mit der Gesundheit und Lebenserwartung von Rassehunden gäbe.

Das vertrackte an der Qualzucht sind zwei Dinge: Zum einen ist es sehr oft an einem Welpen nicht zu erkennen, daß er in wenigen Monaten oder ein paar Jahren an einer zunehmenden Qual durch die Verschärfung oder auch erst den typischen Ausbruch des bei ihm genetisch vorprogrammierten Krankheitsbildes und dessen Folgen leiden muß - wenn er nicht schon gleich daran stirbt oder aus humanitären Gründen davon erlöst wird. Es ist in jedem Falle eine Erlösung für das Tier UND dessen Besitzer der aber oft noch längere Zeit an dem Schmerz des Verlustes tragen wird.

Die technischen Möglichkeiten der Molekularbiologie erlauben es uns heute, vielerlei vererbbare Krankheiten eindeutig festzustellen, auch solche, deren Ausbruch erst in höherem Lebensalter erfolgt! Solche Untersuchungen sind die Grundlage für Verpaarungsplanungen.
Andere, durch Defektgene erzeugte äußerliche Effekte wie bestimmte Fellfarben und Muster dienen ganz eindeutig der Gewinnmaximierung zu Lasten der Tiergesundheit des Individuums wie der gesamten Rasse und darüberhinaus durch Bastardierungen auch anderen, noch erbgesunden Rassen. Eine abartige Fellmusterung wie sie durch das Merle-Defektgen erzeugt wird, ist eben nur auf den ersten, flüchtigen Blick ein Farbeffekt - auf den zweiten Blick sieht man, daß auch das Auge nicht verschont bleibt und darüberhinaus ist das Innenohr derart betroffen, daß diese Tiere nicht nur ertauben, sie sind durch den fehlenden Gleichgewichtssinn extrem absturzgefährdet und haben somit auch ihre Schwimmfähigkeit verloren. Damit ist aber noch lange nicht alles an lebenslangen Schäden benannt. Eine typische Folgeerscheinung ist auch die extrem hohe Welpensterblichkeit bzw. Sterblichkeit vor Erreichen der Geschlechtsreife und ebenso eine erheblicher Anteil an Totgeburten. Insgesamt ist die Fruchtbarkeit, verglichen mit Linien ohne Defektgene wesentlich verringert. Welche Auswirkungen so eine Verantwortungslosigkeit in dreißg, fünfzig oder mehr Jahren haben wird, ist in keinster Weise vorhersehbar. Das ist gewollte Qualzucht denn diese Mechanismen sind seit Jahrzehnten bekannt! Am kleinen Welpen ist das nicht so einfach erkennbar - der ist immer niedlich und schon rollt der Rubel!

Andere Merkmale sind beispielsweise die Bildung von abartigen Hautfalten, die im Extremfalle den Hund durch überwachsen der Augenöffnung erblinden lassen. Die Hautfalten bilden zudem hervorragende Brutstätten für bestimmte Milbenarten, es kommt in Folge zu starkem partiellen Juckreiz mit Zerstörung der Epidermis. Eine ebenso irrsinnige Tierquälerei stellt die gezielt geförderte Brachyzephalie, eine Längenschrumpfung des Schädels, bei der dem Hund die lebensnotwendige Nase samt Kiefer weggezüchtet werden. Kugelköpfe mit flachem Gesichtsschädel - das ist der Renner schlechthin! Daß diese Tiere keine normalen Spaziergänge im Sommer tagsüber mehr machen können ohne Gefahr zu laufen tot umzufallen - weil sie ihre Körpertemperatur nicht mehr regulieren können, weil sie keine Luft mehr bekommen, weil ihr Herz der Belastung nicht mehr gewachsen ist - all das ficht die sogenannten Züchter in keinster Weise an; warum auch sollte es? Es finden sich doch immer wieder Käufer für die größten Abartigkeiten. Ach ja, die Welpis sind ja soooo süß - sicher, nur sollte man sich schon mal mit den Elterntieren etwas näher befassen und auch Tiere aus früheren Würfen und deren Halter besuchen.

Qualzucht ist es auch, wenn einem Hund absichtsvoll das Fell weggezüchtet wird. Es ist dabei unerheblich wie weit die partielle Haarlosigkeit den Körper verunstaltet - es ist und bleibt in höchstem Grade eine Tierquälerei!

Oder sehen wir uns mal jene Hunde an, deren viel zu langer Körper von den deformierten Laufwarzen mühsam bewegt wird, immer darauf bedacht sich nur ja nicht selbst auf die Ohrleder zu latschen. Die Hunde sind unschuldig an ihrem Los, sie können nichts dafür, daß ihre Wirbelsäule der Belastung nicht standhalten kann. Es waren und sind Menschen, die den Tieren das antun und in allererster Linie sind es nicht jene die sich Züchter nennen sondern deren Kunden, die dieses Leid zu verantworten haben.

Es gäbe noch viel mehr abscheuliches zu berichten - Qualzucht ist kein Deutsches Phänomen sondern wird international organisiert betrieben. Alleine die Tatsache, daß der weltweit in mafiösen Strukturen organisierte Handel mit der Ware Hund jenen mit der Ware Rauschgift beim Gesamtumsatz und dem Gewinn um ein Vielfaches übertrifft, dazu noch völlig ungefährlich ist da der Staat dem Tun nahezu gleichgültig gegenübersteht, sollte doch einem denkfähigen Bürger Anlaß genug sein, sich im Vorfeld eines beabsichtigten Hundekaufes ausführlich und umfassend zu informieren. Es gibt genug seriöse Quellen und es ist auch nicht allzu schwierig, diese von den eher gegenteiligen Beteuerungen zu unterscheiden.


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